2018-01-20 06:58:04

Blockchain basiertes Service Management im Maschinenbau

Gemeinsam mit dem Industrie-Partner Festo pilotiert contractus eine Blockchain basierte Lösung zur Optimierung des internationalen Service-Managements im Maschinenbau.

Mathias Hein

Ziel des im Rahmen des Techfounder Startup-Accelerators durchgeführten Pilotprojektes war es, die Koordination von Service-Prozessen zwischen Kunden, OEMs, Herstellern von Maschinenkomponenten und internationalen Service-Partnern deutlich zu beschleunigen und Service-Arbeiten auditsicher zu protokollieren. Langfristig soll auf Grundlage der Technologie eine vollständige Automatisierung der Servicekoordination über mehrere beteiligte, unabhängige Unternehmen, erreicht werden.

Das Unternehmen Festo betreut als „Global Player“ für elektrische und pneumatische Automatisierungstechnik Kunden in mehr als 176 Ländern. Die Produkte und Produktkomponenten werden zunehmend komplexer, wodurch ein zuverlässiger, schneller und kompetenter Kundenservice weiter an Bedeutung gewinnt. Um Kunden durch exzellenten Service zu begeistern, sucht Festo nach Möglichkeiten, Service-Aktivitäten schnell und zuverlässig über die verschiedenen beteiligten Partner hinweg zu koordinieren und ein hohes Maß an Service-Qualität, vor allem bei der Zusammenarbeit mit externen Service-Partnern, sicherzustellen.

Im Rahmen des Techfounders Startup-Accelerators entschied sich Festo für die Zusammenarbeit mit contractus. Das Startup hat einen neuartigen Ansatz für die effiziente und zuverlässige Zusammenarbeit in B2B Märkten entwickelt. Hierbei werden sowohl Unternehmen, Techniker als auch Maschinen mit digitalen Zwillingen ausgestattet, die sie in die Lage versetzen, direkt miteinander Transaktionen auszuführen. Aufgrund der verwendeten Blockchain-Technologie ist dabei kein zentrales Cloud-System als Vermittler notwendig.

Im Hinblick auf die konkreten Anforderungen von Festo wurde eine Lösung geschaffen, die eine Service-Steuerung durch den digitalen Zwilling der Maschine ermöglicht. Nach Einstellen einer Serviceaktivität durch die Maschine selbst oder den Nutzer der Maschine, werden über den digitalen Zwilling passende Service-Partner im contractus-Netzwerk gesucht und angefragt. Abhängig von ihren verfügbaren Kapazitäten, bieten Service-Partner ihre Leistungen an und werden durch den digitalen Zwilling der Maschine beauftragt. Mit Auftragserteilung erhält der Techniker Zugriff auf den Zwilling und damit auf benötigte Maschinen- und Serviceinformationen.

Die gesamte Protokollierung der Serviceaktivitäten erfolgt direkt im digitalen Zwilling und wird für alle Beteiligten einsehbar, dauerhaft und nicht manipulierbar gespeichert. Über diesen Weg lassen sich später auch nachgelagerte Prozesse, wie die Bezahlung oder etwaige Gewährleistungsprüfungen, vollständig automatisieren.

"Der digitale Zwilling, das contractus Business-Netzwerk sowie die verwendete Blockchain- Technologie bilden die Basis für einen effizienten Service und vollautomatisierte Predictive Maintenance-Lösungen, bei denen der Betreiber einer Maschine jederzeit die Hoheit und Kontrolle über seine Daten behält.", so Thomas Müller, CEO von contractus über die geschaffene Lösung.

"Besonders gefallen hat uns die Geschwindigkeit, mit der contractus ihre Lösung auf unsere Bedürfnisse adaptieren konnte. So haben wir in wenigen Wochen unsere Idee in eine funktionierende Lösung umgesetzt.", meint Jürgen Billep, Sales Operation Manager bei Festo, über die Zusammenarbeit mit contractus. Der Pilot konnte innerhalb des 4-monatigen Accelerator-Programms realisiert werden und wird nun intensiv auf Akzeptanz bei den Praxis-Partnern getestet.

contractus adressiert mit seiner Lösung Maschinenbauer sowie Service- und Instandhaltungs- unternehmen, die ihren technischen Kundenservice optimieren wollen. Neben einem effizienteren Kundenservice schafft der digitale Zwilling und die verwendete Blockchain-Technologie gleichzeitig die Basis für neue pay-per-use Geschäftsmodelle im Maschinenbau.

"Mit unserer Lösung wollen wir die Zusammenarbeit von Unternehmen für die Anforderungen dynamischer Märkte im Industrie 4.0-Zeitalter machen.", so Thomas Müller, "Neben dem Service im Maschinenbau positionieren wir unsere Lösung als B2B-Netzwerk deshalb vor allem in der Logistik und der Beschaffung".

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