2007-08-11 19:56:31

Die Flash-Karten der nächsten Generation

Auf den ersten Blick sehen die MMCplus-Karten wie

Auf den ersten Blick sehen die MMCplus-Karten wie "herkömmliche" SD-Karten aus.

Ohne Zweifel: Der Markt für Speichermedien bleibt in den nächsten Jahren ein attraktives Wachstumssegment - für Hersteller, Distributoren und insbesondere für den Handel.

Fritz Katz

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 Denn mit der Zunahme digitaler Anwendungen und wachsender Mobilität wächst der Bedarf an kleinen, leistungsfähigen Speichermedien. Schon jetzt generieren Speicherkarten und USB-Drives beim Fachhandel nennenswerte Zubehörumsätze - Tendenz stark steigend.

Dass sich dieser Markt in naher Zukunft noch dynamischer entwickelt als bisher, dafür sorgt allein schon der technologische Fortschritt bei den Endgeräten. Immer mehr Handys und andere mobile Endgeräte bieten Funktionen, die leistungsfähige Speichermedien geradezu voraussetzen. Außerdem ist der Siegeszug der Digitalkameras noch in vollem Gange. Hinzu kommt das wachsende Bedürfnis der Verbraucher, ihre Musik-, Foto- und Videodaten auf kleinstem Raum transportieren zu können - ungeachtet des Endgeräts, mit dem sie jeweils aufgenommen und abgespielt werden.

Für diese steigenden Anforderungen hat die Multi Media Card Association (www.mmca.org) unter Federführung von Infineon und Samsung die Multi Media Card und die neue MMCplus entwickelt - PIN-kompatibel zur SD-Card, für die das US-Unternehmen Sandisk weltweit Lizenzen vergibt.

Diese PIN-Kompatibilität sorgt dafür, dass MMC-Karten generell auch in die SD-Slots beliebiger Endgeräte passen. Umgekehrt allerdings nicht, da SD-Karten etwas dicker sind als MMCs.

Dass bislang die SD-Card das Rennen gemacht hat, liegt unter anderem daran, dass diese Karten ein höheres Leistungspotenzial haben als die erste Generation der MMC-Speicher. Ein zweiter Grund liegt darin, dass vor allem japanische Hersteller ihre Digi- cams und Handys schon früh mit SD-Slots ausgestattet haben. Zwar nehmen diese Slots auch problemlos MMC-Karten auf, nur: Welcher Händler und welcher Endverbraucher weiß das denn schon?

Drei Formate gibt es

Mit MMCplus, der neuen MMC-Generation, die in diesen Wochen auf den Markt kommt, werden die Karten auf dem Flash-Speichermarkt neu gemischt. Denn die MMCplus-Entwickler haben ganze Arbeit geleistet - mit dem Ergebnis, dass schon die ersten MMCplus-Modelle schneller und leistungsfähiger sind als ihre Konkurrenten aus dem SD-Lager. Vor allem aber: Der interne Aufbau der MMCplus-Speicherkarten gemäß neuem MMC 4.0-Standard ist so ausgelegt, dass sie den rasant wachsenden Anforderungen an Speicherkapazität, Geschwindigkeit und Datentransferrate auch in den nächsten Jahren gewachsen sind.

Mehr noch - fast zeitgleich zu den ersten MMCplus-Modellen kommen im Frühsommer auch die ersten MMCmobile-Karten auf den Markt: halb so groß wie die MMCplus, dennoch PIN-kompatibel zu MMC und SD und mit den gleichen Leistungsmerkmalen wie MMCplus. Ihr entscheidender Vorteil ist neben der geringeren Größe die Dual-Voltage-Fähigkeit (1,8 und 3,3 Volt). Damit ist MMCmobile ideal für mobile Anwendungen, bei denen es auf möglichst geringen Stromverbrauch ankommt.

Das dritte neue Format, MMCmicro, eignet sich aufgrund seiner geringeren Abmessungen vor allem für den Einsatz in Handys. Hierbei handelt es sich um ein völlig neues Format, welches mit keinem bisher bekannten Format PIN-kompatibel ist. Mit einem Adapter ist diese Karte, ebenso wie MMCmobile, jedoch auch in MMC- beziehungsweise SD-Steckplätzen verwendbar. Bereits in Kürze werden neue Handy-Modelle mit Steckplätzen für MMCmicro auf den Markt kommen.

Durchbruch absehbar 

Die technologische Basis für den Erfolg von MMCplus ist damit gelegt. Der Durchbruch am Markt aber braucht zwei weitere Faktoren: wettbewerbsfähige Preise und die Unterstützung durch potente Endgerätehersteller. Für Ersteres steht der offene Standard. Er versetzt die Hersteller von MMCplus-Speichern in die Lage, ihre Produkte ohne Lizenzkosten herzustellen, was sich natürlich auch auf deren Preis auswirkt. MMCplus-Speicherkarten werden also nicht nur mehr können als SD-Karten, sie werden auch günstiger sein.

Auch beim zweiten Punkt zeichnen sich beste Rahmenbedingungen ab. So setzt Handy-Weltmarktführer Nokia schon heute bei seinem Highend-Produkt Communicator die MMC-Card ein. Samsung und Siemens unterstützen das Format ebenfalls. Nach Lage der Dinge werden auch die namhaften Hersteller von Digitalkameras wie Canon in Kürze damit beginnen, ihre Endkunden darauf hinzuweisen, dass ihre meisten neuen Geräte sowohl mit SD- als auch mit MMC- beziehungsweise MMCplus-Karten arbeiten. (Quelle: IDG-Networks)