2008-02-23 06:05:35

Die stille Revolution

Die neuen Werbeformen in den Netzen. Abseits von Spam und nervigen Pop-ups: Alles darf unterhalten, nichts darf nerven.

Fritz Katz

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Unternehmen, die im Internet werben, sollte ihre Zielgruppen nicht verschrecken. Im schlimmsten Fall nerven Werbeformen nicht nur die User, sondern schrecken durch ihr aufdringliches Auftreten sogar vom Kauf des beworbenen Produkts ab. Während Werbebanner noch den sanfteren Weg zum Kunden bilden, treiben die berühmt berüchtigten Pop-Ups die Nutzer in Heerscharen vor sich her. Auf solche Mittel sollte verzichtet werden, es sei denn, man möchte Werbung mit dem Holzhammer betreiben. Freilich: je lauter, desto besser gilt auch für Werbeformen im Internet. Verschwinden werden die nervigen Pop-ups aus diesem Grund wohl nicht mehr. Letztendlich schaffen dann nur Zusatzprogramme wie „Pop-up-Blocker“ hier Abhilfe. Doch selbst diese werden zunehmend von Flash-Animationen umgangen, die trotz Hilfstools nicht vom Bildschirm zu bringen sind.

Neue Materialien

Neue Werbeformen versuchen die direkte Konfrontation mit dem Kunden zu umgehen. Ein neuer Trend ist nun zu subtileren Werbeformen festzustellen, die sich dem Nutzerprofil anpassen. Kurze Werbefilme, so genannte „Streaming-Ads“ sind wesentlich ansprechender als konventionelle Werbeformen. Das wichtigste daran ist der „Spaßfaktor“, den diese Werbeform durchgehend verfolgt. Die Leute sehen nun mal gerne Filme im Internet – sofern diese unterhaltsam sind. Der Breitbandboom, der zunehmend alle Haushalte erfasst, schafft die Voraussetzung für die neue, qualitativ hochwertige Werbeform. Eine weitere Strategie sind Werbefenster, die im Hintergrund auf das Interesse des Users abzielen. Über Symbole, die den Bild- und Textfluss der eigentlichen Seiten nicht stören, wird auf das weiterführende Material hingewiesen. Dies schafft hohe Sympathiewerte für das Produkt, erfordert aber die Personalisierung der Webseiten und der Werbung. Schließlich Trend Nummer drei: Suchmaschinen sind mittlerweile zur wichtigsten Orientierungshilfe für Internetnutzer geworden. Services wie Google entscheiden sogar über den Geschäftserfolg von Online-Shops und anderen Dienstleistungen im Netz. Frei nach dem Motto: Gefunden werden ist alles. Aktuelle Zahlen belegen: 85 Prozent aller Internetuser nutzen Suchmaschinen zum Auffinden bestimmter Webseiten. Doch nicht immer ist die eigene Website, das eigene Produkt an oberster Stelle in den Suchergebnissen zu finden. Abhilfe schaffen aber Suchmaschinenkampagnen wie etwa „Google AdWords“, die das eigene Geschäft userfreundlich ganz oben platzieren. Zumindest für Google ist diese Werbeform optimal aufgegangen: Der Erfolg der Milliarden Dollar schweren Unternehmung ist auf ebendiesem Geschäftmodell begründet. Punkten können solche Kampagnen mit ihrer Zielgenauigkeit: Schließlich erscheinen die Links nur bei bestimmten vorgegebenen Suchwörtern, sprechen also höchst interessierte User an.

 

 

Baby-Boomer krempeln um

Eine weitere Studie, diesmal von eMarketer, ortet eine künftige starke Zielgruppe für die Online-Werbung in der kommenden Seniorengeneration. Die Baby-Boomer-Generation, die zwischen 1946 und 1964 geboren ist, wird entgegen der heutigen Senioren, groß im Internet vertreten sein. Den wesentlichen Unterschied zwischen den Senioren von heute und denen von morgen erklärt eMarketer damit, dass die heute über 65-Jährigen pensioniert wurden, als das Internet ihre Arbeitsplätze noch nicht erobert hat. Die älteren Erwachsenen hingegen benutzen das Internet heute sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause und werden diese Gewohnheit beibehalten, wenn sie in die nächste Phase ihres Lebens treten. Das eMarketing ist immer dabei.