2010-09-16 09:32:49

Echte Mobilität ist noch keine Realität

Studie:

Mobile Geräte sind zwar weit verbreitet, dennoch werden sie in erster Linie am fixen Arbeitsplatz genutzt. Das ergab eine vom Linzer Marktforschungsinstitut market im Auftrag von HP durchgeführte Befragung.

Michael Reisner

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Vor allem die Sicherheit der Daten und eine bequeme Handhabung der Geräte werden beim mobilen Arbeiten gewünscht. Zubehör, das diesen Anforderungen gerecht wird, ist aber noch kaum im Einsatz. Auch die Arbeitgeber halten sich hier noch sehr zurück: nur 48 Prozent stellen ihren Mitarbeitern Zubehör zur Verfügung. Der Gebrauch von Zubehör entscheidet aber, ob „echte“ Mobilität realisiert werden kann.

„Mobilität ist Trend, mobiles Arbeiten teilweise schon Realität. Absolute Mobilität jedoch existiert in vielen Bereichen noch nicht - sie wird aber kommen“, ist Universitätsprofessor DI Dr. Christian Stary vom Kompetenzzentrum Wissensmanagement der Johannes Kepler Universität Linz überzeugt.

Verwendung von Notebooks in Österreich

Wie die aktuelle Studie zeigt, verwenden bereits zwei Drittel der österreichischen Bevölkerung über 18 Jahren Computer, Notebooks oder Pocket-PCs. Mehr als die Hälfte der User nutzt das mobile Gerät sowohl beruflich als auch privat. Immerhin 34 Prozent verwenden das Gerät ausschließlich für den privaten Bereich.

Beim mobilen Arbeiten am wichtigsten ist eine bequeme Eingabe durch externe Geräte. Dahinter folgen der Schutz der Daten und des Geräts vor einem möglichen Diebstahl sowie ein möglichst komfortabler Transport des Notebooks. Auch die Wichtigkeit einer langen Akkuleistung ist vielen ein echtes Anliegen. In der Realität ist aber nur wenig Zubehör im Einsatz: Lediglich eine externe Maus verwendet zumindest knapp die Hälfte der User.

Nutzung von Zubehör in Österreich

Dass so manches Zubehörteil das mobile Arbeiten stark vereinfachen würde, darüber sind sich die Befragten einig.

Die größten Erleichterungen erwartet man von der externen Maus, gefolgt von Ersatz-Akkus und einer passenden Tasche. Genauso viele sehen auch zusätzliche Speichermöglichkeiten als wichtiges Zubehör - vor allem auch im Hinblick auf Schutz vor Datenverlust bei eventuellen Diebstählen. Vier von zehn Usern sehen in Wireless-LAN-Karten / UMTS-Karten und dem damit verbundenen mobilen Einstieg ins Internet einen großen Nutzen für die Arbeit.

Arbeitgeber nachlässig bei Zubehör

Laut der aktuellen Studie stellen erst 48 Prozent der Unternehmen in Österreich ihren Angestellten Zubehör als Basis für mobiles Arbeiten zur Verfügung. Und das, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, einen ergonomischen Arbeitsplatz zu bieten. Die Zahl der Zubehörteile auf dem Arbeitsplatz ist daher erschreckend gering: Nur ein Drittel der Notebook- und Pocket-PC-Anwender benützt externe Eingabegeräte, ein zusätzlicher Monitor und eine Docking Station sind überhaupt nur vereinzelt im Einsatz.

Anforderungen der Nutzer beim mobilen Arbeiten

Dabei wären laut Arbeitsmedizinern gerade diese hilfreich, um Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich sowie Problemen mit den Handgelenken vorzubeugen. Dass das Potenzial mobiler Anwendungen im Geschäftsleben enorm ist, davon ist Experte Stary überzeugt: „Allein in Österreich sind es rund 1,4 Millionen Arbeitnehmer, die durch mobiles Arbeiten wesentlich effizienter wären.

Vor allem bei Nachrichten sowie Termin- und Adressmanagement leisten Notebooks und PDAs wertvolle Dienste.“