2007-08-12 20:21:21

Festplatten-Technologien: Storage- und Backup-Strategien

Teil 3:

Storage- und Backup-Strategien für den Heimanwender- und KMU-Bereich zu offerieren, sind für den Fachhandel eine gute Chance, sich zu profilieren.

Markus Pesler

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von Markus Pesler *)

Bei der sicheren Ablage geschäftskritischer Daten sind mittlerweile kleine und mittlere Unternehmen genauso wie Großunternehmen auf deren ständige Verfügbarkeit angewiesen. Dafür sind genügend moderne leistbare und leistungsfähige Lösungen am Markt, die – ganz im Gegensatz zu den immer noch weit verbreiteten einfachen Bandlaufwerken – auch mit den heutigen großen Speichervoluminas spielend zurecht kommen, und mit denen selbst dem nur allzu gern vernachlässigtem Thema „Sicherung von Desktop- und Laptop-Daten“ spielend beizukommen ist.

 Günstige Ausgangslage für den Fachhandel

Kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) bewegen sich momentan bei 100 GB bis ein TB Speichervolumen im Server-Bereich. Dabei kommt überwiegend Direct-Attached-Storage (DAS) zum Einsatz. Um Verfügbarkeit und Auslastung zu optimieren, kann ein Speichernetzwerk in Betracht gezogen werden. Dabei gilt es im Einzelfall zu definieren, welche Netzwerktechnologie die richtige ist. Gerade im KMU-Umfeld ist Network-Attached-Storage (NAS) und IP-Storage eine Alternative zu Fibre-Channel-basierenden SAN-Lösungen. Zumindest sollen RAID-Systeme Verwendung finden, um gegen Standard-Hardware-Ausfälle gewappnet zu sein. In einem weiteren Schritt kann dann Speicher nicht nur zur Verfügung gestellt, sondern auch Regeln festgelegt werden, welche Daten wo und in welcher Menge zu speichern sind.Grundsätzlich stehen drei Szenarien zur Verfügung, um Daten sicher abzulegen:1. DAS (Direct Attached Storage) bezeichnet den direkt an einen Server angeschlossenen Massenspeicher. Das können einzelne interne oder externe Festplatten, oder ein aus mehreren Platten bestehendes RAID-Array sein. 

Hier möchte ich nur die externen Festplatten erwähnen, die zurzeit den Markt überschwemmen. Dabei gilt es aber, auch auf die – durchaus erheblichen – Qualitätsunterschiede zu achten. Billiglösungen mögen zwar für den (Geizhals-)Privatanwender durchaus seine Berechtigung haben, aber für ständige Backups sollte man schon auf Qualität setzen, und Markenhersteller in Betracht ziehen.

Beispiele dafür sind etwa die formschöne externe Harddisk von Seagate, die mit Firewire/USB 2.0, passivem Lüftungssystem und komplettem Softwarepaket eine runde wie leise Lösung für Firmen wie Privatanwender darstellt, oder die große Produktpalette von Maxtor, die von der normalen USB 2.0 Lösung über zusätzliche FW 800- und netzwerkfähige One Touch-Modelle alles im Angebot hat, um zuverlässig und effizient Backups durchzuführen.

Es werden auch die Speicherkapazitäten immer höher. Im aktuellen Fall sind bei den oben genannten Herstellern 400 GB Modelle lieferbar, die 500 GB-Platten stehen schon in den Startlöchern und sollten ab Dezember 2005 verfügbar sein.

In diesem Zusammenhang verdient Maxtor´s zukünftige One Touch III Serie besonderes Augenmerk, die bis zu 3 Harrdisks in einem Gehäuse fassen kann.

2. SAN (Storage-Area-Network)

Ein Storage Area Network (SAN) unterscheidet sich von einem Local Area Network (LAN), indem es ein Netzwerk zwischen Server-Systemen und von den Servern genutzten Speicherressourcen darstellt. Ein SAN ist damit eine Erweiterung von Direct Attached Storage (DAS). Während DAS eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen einem Server und einem Daten-Speicher bildet, ermöglicht ein SAN die Anbindung von mehreren Servern an mehrere Speicher-Systeme über ein Netzwerk. Das SAN wurde entwickelt, um dem Verwaltungsproblem von dedizierten Festplatten in Server-Systemen bzw. Network Attached Storage-Systemen entgegen zu wirken, da bei jenen Systemen eine effiziente und flexible Nutzung der Speicherkapazität nur eingeschränkt möglich ist.

Das Problem ist, dass eine vollständig Kompatibilität zwischen den Komponenten aller Hersteller nicht gegeben ist. Der Einsatz von neuen Komponenten ist daher zumeist Know-how-, kosten- und zeitaufwendig.

3. NAS (Network Attached Storage)

Als NAS bezeichnet man an das lokale Netzwerk angeschlossene Massenspeichereinheiten zu Erweiterung der Speicherkapazität. NAS funktioniert ähnlich wie ein Dateiserver, bringt aber noch zusätzliche Vorteile: 

  • - hoch skalierbar,
  • - schneller,
  • - sicherer,
  • - einfacher zu administrieren,
  • - weniger aufwendig bei der Installation, denn das Betriebssystem ist bereits vorinstalliert.

Für kleine Unternehmen oder den Heimbetrieb gibt es so genannte SoHo-NAS-Geräte. In der Regel arbeiten die Laufwerke nur mit einer Festplatte und lassen sich bequem über ein Web-Interface einrichten und konfigurieren.

Für den Soho NAS-Bereich haben viele Hersteller ihre Lösungen parat, und die Installation ist bei den meisten Geräten sehr einfach:

Das NAS wird ans Stromnetz angeschlossen und über ein Netzwerkkabel mit einem Switch verbunden. Dann wird das Gerät eingeschaltet und einige Augenblicke auf Authentifizierung und IP-Zuteilung gewartet. Für die einfache Einrichtung sorgt das Protokoll Universal Plug and Play (UPnP). Es dient zur Vernetzung aller physikalischen Medien, darunter Drucker oder NAS-Systeme, die IP-Kommunikation unterstützen

SoHo-Lösungen

Herstellerseitig ist mittlerweile eine große Auswahl an Produkten verfügbar, mit denen sich solche Speicheranwendungen rasch und zuverlässig lösen lassen. Hier eine kleine Auswahl:

Plextor hat mit der PX-EH40L eine professionelle Lösung mit 400 GB (gibt es auch mit 250GB) und bietet einen sofort verfügbaren, gemeinsam im Netzwerk nutzbaren Speicher und beinhaltet außerdem einen Druckerserver, automatischen Backup-Planer und High-Security-Funktionen.

Maxtor ist mit der Shared Storage Familie bis 300 GB schon länger am Markt, und bietet preisgünstige Lösungen für den kleinen Betrieb - aber auch für den ambitionieren Heimanwender.

Western Digital hat mit der 160 GB Netcenter Harddisk eine sehr preisgünstige Lösung um ca. 200 EURO im Portfolio, in der die schnelle und geräuscharme Caviar SE ihren Dienst versieht. Als besonderes Feature ist hervorzuheben, dass die externe HDD über einen Kensington Sicherheitssteckplatz verfügt.

Netgear ist ebenfalls dabei, auf den Speicherzug aufzuspringen, und das mit einer meiner Ansicht sehr gelungenen Lösung: der SC101 ist nicht nur formschön, sondern bietet auch Einschübe für 2 Harddisks. Hier kann man gleich im Gehäuse mittels RAID die Festplatten spiegeln, um somit eine optimale Sicherheit zu gewährleisten.

Fazit 

Die Hersteller haben gute Lösungen parat und der Markt hat entsprechend hohes Potential, um für alle Beteiligten ein wachsendes Geschäft auf breiter Ebene zu generieren. Sicherheit und hohe Speicherkapazitäten müssen heute nicht mehr teuer sein und man kann schon mit geringem Aufwand vernünftige Backuplösungen generieren.

Der Gewinn liegt hier auf jeden Fall beim Kunden, spätestens beim nächsten Festplattencrash. Man muss ihn nur darauf auch aufmerksam machen.

Markus Pesler ist bei Actebis Product Manager für Storage-Produkte.