2005-11-10 12:12:26

Gedanken eines GmbH-Geschäftsführers

Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es eigentlich für einen Geschäftsführer einer GmbH, um möglichst wenig Einkommensteuer und Sozialversicherung zu bezahlen?

Mag. Thomas Mares

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Grundsätzlich teilt man ja die handelsrechtlichen Geschäftsführer in zwei Fraktionen ein; solche, die gar nicht oder bis maximal 25 % an „Ihrer“ GmbH beteiligt sind und solche, die über 25 % an „Ihrer“ GmbH mitbeteiligt sind.

Die Geschäftsführer, deren Beteiligung 25 % nicht übersteigt, haben in der Regel ein klas­sisches Dienstverhältnis ihrer GmbH. In aller Regel und in der überwiegenden Anzahl der Fälle sind sie nach dem ASVG sozialversichert. Dies ist eine besonders teure Art der Geschäftsführung. Da sie gleichsam Dienstgeber und Dienstnehmer in einer Person sind, haben sie sowohl den Dienstgeber- als auch den Dienstnehmeranteil zur Sozialversicherung zu tragen sowie alle Lohnnebenkosten. Das sind neben dem Dienstgeberbeitrag zum FLAG auch der Zuschlag zum DB und die Kommunalsteuer. Abgefedert werden die Kosten lediglich durch die Steuerbegünstigung des Jahressechstels (sprich 13. und 14. Gehalt).

Geschäftsführer mit mehr als 25 % Anteil an der eigenen GmbH beziehen Einkünfte aus selb­ständiger Arbeit und sind in der Regel nach dem GSVG versichert. dies ist schon bei weitem günstiger als die Versicherung nach dem ASVG und auch steuerlich gibt es Vorteile. So können die mit der Tätigkeit in Zusammenhang stehenden Ausgaben als Betriebsausgabe ein­kommensmindernd geltend gemacht werden. Und wenn es keine gibt, was oft der Fall sein wird, kann ein 6 % Betriebsausgabenpauschale ohne jeden Nachweis gewinnmindernd gel­tend gemacht werden. Zusätzlich kann noch die Sozialversicherung einkommensmindernd berücksichtigt werden. Wer also nicht unbedingt ASVG-versichert sein möchte, für den ist dies die Alternative. Aber was ist zu tun, wenn auf die 25 % Beteiligung ein paar Prozente fehlen? Hier empfiehlt sich eine einfache Treuhandkonstruktion, bei der dem Geschäftsführer pro forma Anteile übertragen werden, über die er aber nicht frei verfügen kann. Sprechen Sie einfach mit Ihrem Steuerberater darüber. Aber der Weisheit letzter Schluss ist diese Variante auch nicht.

Ende 2004 hat nämlich ein VGH-Erkenntnis bestätigt, was schon lange be­fürchtet wurde:

Für Geschäftsführervergütungen sind, auch wenn der Geschäftsführer 100 % der Anteile seiner GmbH sein Eigen nennt, Lohnnebenkosten zu bezahlen, nämlich DB, DZ und Kom­munalsteuer. Die bis 2004 angedachten Konstruktionen mit ergebnisabhängigen Geschäfts­führervergütungen, mit oder ohne Akontozahlungen, waren daher vergebene Liebesmüh.

Aber wie in einer der letzten Ausgaben beschrieben, hat sich ja der Körperschaftsteuersatz ab 2005 von 34 % auf 25 % verringert. Und wenn vom verbleibenden Gewinn, der ja ausge­schüttet werden kann, nochmals 25 % Kapitalertragsteuer bezahlt werden, so ergibt das eine Gesamtbelastung von 43,75 % und keine Sozialversicherungspflicht.

Nur zu Klarstellung: Ausschüttungen funktionieren nur bei tatsächlich erwirtschafteten Gewinnen. Bei all jenen, bei denen die Geschäftsführervergütung nur den Verlust erhöht, ist eine Ausschüttung nicht möglich. Was ist also zu tun? Es ist wohl zu über­legen, ob nicht der Geschäftsführerbezug radikal gekürzt werden sollte und stattdessen der höhere Gewinn ausgeschüttet wird. Wie Vergleiche zeigen, rechnet sich die Aus­schüttung schon bei einem Bezug von 25.000 Euro pro Jahr. Zwischen 25.000 und 51.000 Euro beträgt die Durchschnittsbelastung für Geschäftsführerbezüge rund 47 %, bei Bezügen über 51.000 Euro sogar ca. 53 %. Wie zu sehen ist, ergibt sich hier ein echtes Spar­potential. Für die wirklich optimale Lösung sind jedoch auch eventuelle Abfertigungsan­sprüche, Einzahlungen in die Pensionsversicherung und ähnliches zu berücksichtigen. Ob die krasse Herabsetzung der Geschäftsführerbezüge seitens der Finanzbehörde irgendwelche Rechtsfolgen auslöst, kann zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht eindeutig gesagt werden. Es ist daher zu empfehlen, mit Maß und Ziel vorzugehen.

Abschließend sei mir noch eine Frage gestattet: Brauchen Sie Ihre GmbH wirklich? Haben Sie schon daran gedacht, sie in eine Personengesellschaft umzuwandeln und die Begünstigung für den nicht entnommenen Gewinn zu beanspruchen? Dies könnte bei allen GmbHs steuer­liche Vorteile bringen, die weniger als 200.000 Euro durchschnittlichen Gewinn erwirtschaf­ten. … Nein, dies ist kein Tippfehler!

Mag. Thomas Mares

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