2005-09-19 11:31:59

Gemeinsam sind wir stark

Eine gewisse Größe ist auch im KMU-Land Österreich nötig, um erfolgreich im Markt reüssieren zu können. Die ITcompany hat dazu ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt, bei dem die Partner ihre Eigenständigkeit behalten.

Michael Reisner

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Fünf Standorte zwischen Wien und Innsbruck sowie 23 Mitarbeiter sind - wie im Fall der IT Softwareentwicklungs- und Vertriebs Ges.m.b.H., kurz ITcompany (www.itcompany.at) – eine respektable Größe für ein österreichisches EDV-Unternehmen. Solche Größe kommt auch bei den Kunden bis hin nach Deutschland gut an, dass sie nicht nur garantierten Service und Wartung rund um die Uhr, sondern auch immer kompetente Ansprechpartner für ihre jeweiligen unternehmensspezifischen Belange erwarten können. Dass hinter der ITcompany drei einzelne Gesellschaften mit unterschiedlicher Ausrichtung als gleichberechtigte Geschäftspartner stehen, spielt dabei für den Kunden keine Rolle.

Größter Sage-Block

Die Idee, mit Partnern eine Art Cluster zu bilden, über die man in bestimmten Segmenten gemeinsam am Markt auftritt, hatte Johannes Glanz, Initiator der ITcompany, schon Mitte 2001 gefasst. Mit seiner Firma, der Glanz GmbH., war er einer der größten Sage-Händler, und im Wiener Raum tätig. Ihm war klar, dass nach der Y2K- und Euro-Umstellung die Hochkonjunktur auslaufen würde, speziell für am ERP-Sektor tätige Unternehmen. Seine Vision war, den mit Sicherheit kommenden wirtschaftlichen Druck durch einen Zusammenschluss mit gleich gesinnten Sage-Händlern abzufangen. Das versprach zwei gewichtige Vorteile: ein hohes Einsparungspotenzial durch Ressourcensharing in Kernbereichen wie Entwicklung, Wartung, Support und Hotline sowie in der Administration, und die Erschließung neuer „höherer“ Kundensegmente, die einem „kleinen“ IT-Haus üblicherweise verschlossen sind.

Zuvor galt es aber, zwei Probleme zu lösen: die richtige Gesellschaftsform für die Integration der drei Unternehmen zu finden, und die Aufteilung der Kunden.

Interessanterweise war die interne Aufteilung der Kunden (derzeit 450) überhaupt nie ein Problem. Denn über die zentrale Verwaltung ist genau dokumentiert, wer welche Kunden betreut. Die richtige Gesellschaftsform zu finden, war dagegen bedeutend schwieriger, weil es dafür in der (betriebswirtschaftlichen) Literatur überhaupt keine Vorbilder gibt.

Letztlich einigte man sich auf eine Ges.m.b.H., in der jeder Partner mit einem Drittel Anteil vertreten ist. Verpflichtend für alle war und ist, alle Sage-Aktivitäten nur mehr über die neue Firma abzuwickeln. Mit Jänner 2002 nahm der nunmehr größte Sage-Partner Österreichs, die ITcompany, ihre Arbeit auf. Ihr gehören die drei Unternehmen Glanz GmbH (Wien), die Concept & Service GmbH (Attnang Puchheim) und die Partl OHG (Innsbruck) an. Je ein Büro wird noch in Linz und Salzburg betrieben. Die Firmenzentrale ist in Wien. Als Geschäftsführer fungiert Hannes Glanz.

Integration & Expansionen

Ursprünglich war nur „Sage“ Unternehmensgegenstand der ITcompany. Im Laufe der Zeit wurden auch Elo und Cognos (HaPec) ins gemeinsame Unternehmen aufgenommen. Mittelfristiges Ziel ist, alle Einzelkompetenzen (beispielsweise ist die Glanz GmbH. auch Microsoft Navision Partner, die Partl OHG hat eine Warenwirtschaftslösung auf Magic-Basis, die Concept & Service GmbH eine Warenwirtschaftslösung in Progress) in die ITcompany zu integrieren. Auch regionale Erweiterungen sind in Planung.

„Der Integrationsprozess hört nie auf“, betont Glanz, schließlich sei die ITcompany ein lebender Organismus, der ständig Anpassungen erfordere. In regelmäßigen Meetings der Gesellschafter werden die Produkt-Strategien, Marketingaktionen und Auftritte festgelegt. Dabei steht aber immer der gemeinsame Nutzen im Vordergrund.

Rückblickend zieht Glanz das Resümee, dass die ITcompany für alle Beteiligten der beste Weg war, in den turbulenten Jahren 2002 und 2003 nicht zu verlieren: „Wir haben uns gehalten“. Seit 2004 geht es rasant aufwärts, mit Zuwachsraten von 70 und mehr Prozent. Besonders stolz ist er darauf, dass sich jetzt auch erste Kunden aus Deutschland melden, die von der ITcompany betreut werden wollen. Glanz begründet diese Erfolge lapidar damit, dass mittlerweile allgemein bekannt sei, dass „wir unserer Kunden nicht im Regen stehen lassen.“