2007-08-11 20:01:34

Installations-Kit für Windows Vista

Die erste Beta des kommenden Windows-XP-Nachfolger Windows Vista lässt nicht nur ahnen, wie der XP-Nachfolger aussehen wird, sondern verspricht OEMs und IT-Administratoren auch eine komfortablere Vorinstallation.

Mathias Hein

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Wichtigstes Werkzeug dazu ist das Windows Automated Installation Kit (WAIK), das dem Betriebssystem beigegeben wird und zu dem Microsoft eine vorläufige Dokumentation bereits publiziert hat.

http://download.microsoft.com/download/8/9/8/898cd22f-0e81-484d-a41f-a2d438a49d27/WAIK.doc

Laut Microsoft wird WAIK aus einer Sammlung von Tools bestehen, die dem OEM die Installation erleichtern soll, gleich ob er „zehn oder 10.000 Computer produziert“. Das neu konzipierte Installationsverfahren erlaubt eine kompakte Vorgehensweise, um Windows-Zusatzprogramme und nicht in Windows enthaltene Applikationen einzubinden. Dabei soll WAIK gleichzeitig die Belange des Kopierschutzes sicherstellen. Microsoft reagiert damit auf Klagen der OEMs, die sich auf die herkömmliche aufwendige und teure Installationsprozedur bezogen haben, die unter anderem auch unter Firmenkunden zur Zurückhaltung beim Aufrüsten auf neue Windows-Versionen geführt habe.

 

Blick auf die erste Beta-Version

Anders als frühere Vorabversionen, die vor allem für Entwickler gedacht waren, bietet die Beta 1 Windows Vista (rund 2,5 GByte großes DVD) auch für Anwender einiges Interessantes. Die Installation läuft mit einer Imaging-Technik ab: Das Setup-Programm spielt sämtliche Dateien in einem Zug auf die Platte und lässt danach nur noch die Hardwareerkennung und sonstigen Anpassungen an den Rechner durchlaufen. Nach der Installation ist die Systempartition mit rund 4 GByte Daten gefüllt. Die Beta 1 erfordert nach der Installation keine Aktivierung, allerdings ist die Laufzeit mit 180 Tagen begrenzt.

  • - Vor dem Start: Vista bringt einen neuen Bootloader und ein neues Bootmenü mit.
  • - Nach dem Start: Vista versieht Fenster mit einem halbtransparenten Rahmen und blendet sie ein und aus. Icons sind frei skalierbar.
  • - Startmenü: Das Programme-Menü ersetzt beim Anklicken die Liste der am häufigsten aufgerufenen Programme. Zudem lässt sich mit Hilfe eines kleinen Eingabefeldes der Inhalt des Startmenüs schnell filtern. Über das Eingabefeld kann man auch Programme direkt starten, die nicht im Startmenü verknüpft sind.
  • - Entdecker: Auch der Explorer bietet ein Eingabefeld zum Filtern der Anzeige. Verschwunden sind die Menüleiste und die Standardschaltflächen. Je nach Typ der angezeigten Dateien passt der Explorer eine spezielle Leiste oberhalb der Ordneransicht an.
  • - Suchfunktion: Sie bietet ebenfalls verschiedene Filter an, die sich zudem kombinieren lassen. Allerdings wird die Suche noch nicht vom Dateisystemaufsatz WinFS unterstützt, der ursprünglich mal für Vista versprochen war.
  • - Systemsteuerung: Die einzelnen Elemente sind in Kategorien einsortiert. So finden sich unter dem Menüpunkt „Security“ die Firewall, die automatischen Updates, die Internet-Optionen sowie die Einstellungen für die Nutzerkonten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einschränkungen bringen mehr Sicherheit

  • Administratorkonto: Das Setup-Programm erstellt wie von XP gewohnt nur ein Administratorkonto ohne Kennwort. Um aber den Missstand abzustellen, dass die Mehrheit der Windows-Nutzer mit Administratorrechten arbeitet, hat Microsoft mit Vista die „User Account Protection“ (UAP) eingeführt.
  • UAP: Aktiviert man die UAP, ändert sich im ersten Moment scheinbar nichts. Der Anwender kann weiterhin Programme wie gewohnt starten, doch laufen die dann mit den Rechten eines eingeschränkten Nutzers. Das gilt auch dann, wenn der Anwender ein Administratorkonto nutzt. Damit können die laufenden Anwendungen das System nicht mehr verändern, weil eingeschränkte Nutzer auf Systemdateien nur lesend zugreifen dürfen - wenn überhaupt. An anderen Stellen, etwa im Explorer, verweigert Windows bestimmte Aktionen mit dem Hinweis auf die fehlenden Rechte. Dass Vista eine Aktion verweigert, passiert übrigens trotz der eingeschränkten Rechte, mit der die Anwendungen laufen, relativ selten. So scheint das System nichts dagegen zu haben, wenn etwa eine Anwendung versucht, ins Windows-Verzeichnis zu schreiben. In Wirklichkeit verweigert es den Zugriff jedoch, und leitet den Schreibvorgang kurzerhand und für die Anwendung transparent in einen anderen Ordner um („Virtual StoreWindows“), dessen Inhalt es wiederum in den Windows-Ordner einblendet. Weil der eingeschränkte Nutzer auf das ihm zugeordnete Verzeichnis im „Virtual Store“ Vollzugriff hat, kann er scheinbar uneingeschränkt an den von seinen Anwendungen im Windows-Ordner angelegten Dateien herumoperieren, ohne jedoch die zu Windows gehörenden Systemdateien manipulieren zu können, die ja nicht nur virtuell, sondern tatsächlich im Windows-Ordner liegen. Diese Umleitung wird unter Vista nicht nur für den Windows-Ordner gelten, sondern auch für das Programm-Verzeichnis sowie für den Registry-Wurzelschlüssel HKEY_LOCAL_MACHINE.
  • IE7: Um die Sicherheit zu erhöhen, soll künftig auch der Internet Explorer 7 (IE7) mit niedrigeren Rechten ausgestattet werden. Dieser „LowRights-IE“ wird aber erst in der Beta 2 mitgeliefert. In einer leicht abgespeckten Version soll der Internet Explorer 7 auch unter Windows XP laufen.