2007-08-12 20:23:39

Intels Dualcore-Technologie

Hintergründe zur neuen Dualcore-Technologie von Intel und wie die Roadmap aussieht.

Markus Pesler

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von Markus Pesler *) 

Gordon Moore -seinerzeitig Mitbegründer von Intel - hat mit seinem „Gesetz“ ja schon angekündigt, dass die Dichte der Transistoren auf einer Integrierten Schaltung (IC) mit der Zeit exponentiell ansteigt. Bei den aktuellen Prescott-Singleprozessoren wurden nun anscheinend die Grenzen erreicht, die mit der aktuellen Technik nicht mehr umgesetzt werden können, um vor allem bei ausreichender Kühlung immer höhere Taktfrequenzen zu gewährleisten.

 Kernskalierung

Die Lösung liegt in der „Kernskalierung“, die mittlerweile 230 Millionen Transistoren pro CPU ermöglicht. Die neuen Dualcore-Modelle werden mit den Nummern 820 für 2,8 GHz, 830 für 3.0 GHz sowie 840 für 3.2 GHz gelauncht und auch als BTX-Version verfügbar sein. Die Kühlung der beiden Prozessorkerne des Pentium D stellt sich aber nach wie vor als heikel dar, was sich in den (noch) niedrigen Taktfrequenzen widerspiegelt. Eine Lösung wird zukünftig sicher in der 65nm-Technologie liegen.

Die Dualcore-CPUs werden von den Intel 945 & 955 mit ICH 7 sowie vom NVIDIA NForce4 SLI-Chipset unterstützt. Die augenscheinlichsten Vorteile liegen neben SATA II (mit 3 GBit/s -Transfer) in der Unterstützung der Native Command Queuing (NCQ), bei NForce4 können mittels SLI-Technologie auch 2 Grafikkarten parallel betrieben werden.

Performance-Vorteile

Die Frage nach dem „Warum“ und „Wofür“ lässt sich nicht auf den ersten (Software-)Blick beantworten. Die Performancesteigerung wird sich nicht in den rechenintensiven Anwendungen wie Spielen niederschlagen, sondern vielmehr im Multitaskingbereich, wo man schon die HT-Technologie nutzt. Doch sollte nun durch die Kernverdopplung eine echte Leistungssteigerung wirksam werden, da die Threads nun auch physikalisch voneinander getrennt werden. Das kann sich durchaus auch bei professionellen Anwendern im Bereich Videoschnitt, Firewalls, Downloads usw. positiv auswirken, etwa um nebenbei andere laufende Programme ohne das berühmte „Innehalten“ des Systems ausführen zu können. Grundsätzlich sind im Server und Desktopbereich gute Performancesteigerungen zu erwarten, da die Anwendungen im Vorhinein schon auf simultanes Arbeiten ausgelegt sind, doch muss hier noch bis Anfang 2006 auf die Produkte gewartet werden. Ein weiterer Vorteil der Dualcore-Technologie liegt bei Virtualisierungslösungen, bei denen mehrere Betriebssysteme faktisch gleichzeitig laufen.

Mehrkosten durch Software-Lizenzen werden bei Dualcore-Prozessoren zumeist nicht entstehen, da die Lizenzierung der Software sockelabhängig ist.