2018-04-23 07:18:03

II: Kostenlose Tools, die jedes Netzwerk braucht

Mathias Hein

Mathias Hein

Gehört zu Ihrem Job die Computer-Netzwerke zu warten und herauszufinden, wie man digitale Dinge effektiver und effizienter macht, dann haben Sie sicher alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass sich Ihr Arbeitsumfeld sich unglaublich schnell entwickelt, sondern auch immer komplexer wird. Aus diesem Grund müssen Sie Ihre Werkzeuge ständig aktualisieren und/oder ersetzen. Wir helfen Ihnen bei der Suche nach den richtigen Werkzeugen (Teil 2).

Damit Sie mit den aktuellen Herausforderungen Schritt halten zu können, haben wir wieder eine Liste an nützlichen Tools zusammengestellt.

ProcessMaker: Workflows zur Rettung des Wochenendes

Es ist Freitagmorgen und Ihr Chef sagt Ihnen, dass es ein Problem gibt. Die Marketingabteilung will ein heißes, neues und sehr teures Produkt vermarkten. Dieses Produkt verfügt über eine extrem heiße Literatur, die in der Herstellung auch extrem teuer ist. Aus diesem Grund können nicht jedem Händler so viel Literatur bekommen, wie er möchte. Aus diesem Grund muss jeder Händlerantrag mit einer realen Person versehen werden, die vom Versand abgezeichnet werden muss. Der Nachteil dieser Anforderung besteht darin, dass diese bis Montag realisiert sein muss. Bis dahin wird ein entsprechendes Tracking-System benötigt, um mit der Produkteinführung beginnen zu können! Normalerweise bedeutet ein solcher Auftrag, dass irgendwelche Pläne für das Wochenende Geschichte passe sind, aber ... abwarten! Es gibt ja ProcessMaker!

ProcessMaker (www.joget.org) bietet ein kostenloses, Open-Source-Web-basiertes Workflow-Entwicklungs- und Bereitstellungssystem, das auf allen wichtigen Plattformen wie Windows, macOS, Linux, Google Cloud, OpenShift und Cloud Foundry sowie mehreren Java EE-Anwendungsservern läuft. ProcessMaker gibt es auch in einer Premium-Editionen mit zusätzlichen Funktionen und einer umfassenden Unterstützung, aber für interne Zwecke und Tests ist die Community-Edition nützlich und leistungsstark.

Man greift über einen Webbrowser auf die ProcessMaker-Apps zu, und sämtliche Inhalte stehen automatisch mobil zur Verfügung. Um das oben beschriebene Problem zu beheben, nutzt man das Anwendungsentwicklungs-Interface von

ProcessMaker und greift per „Drag-and-Drop“ auf die benötigten Komponenten aus der Werkzeugpalette zu, um ein BPMN2 (www.omg.org) kompatiblen Prozessablauf zu erstellen und die einzelnen Komponenten nacheinander zu verknüpfen Anschließend definieren Sie die Dynaforms (Name des ProcessMaker für dynamische Formulare), die für jeden Prozessschritt verwendet werden, die externen Datenbankverbindungen, Ein- und Ausgabedokumente, usw. und der Workflow ist einsatzbereit.

Individuelle Workflows in ProcessMaker heißen "Cases" und werden entweder im Home-Workspace (der auch alle Cases des jeweiligen Benutzers anzeigt) oder über ein webbasiertes Dateneingabeformular gestartet. Die Dateneingabeformulare, die nur zu Beginn eines Workflows verfügbar sind, werden über komplizierte URLs bereitgestellt.

Startet ein Benutzer einen Caase, werden seine Daten an den nächsten Workflow-Schritt weitergeleitet. Ein sogenanntes „conditional Routing“ wird ebenfalls unterstützt. Will beispielsweise ein Verkäufer die Anfrage eines Händlers nach zusätzlicher Dokumentation durch ein Ankreuzen eines Kästchens Anschließend werden die Daten des betreffenden Cases zur nächsten Genehmigungshierarchie weitergeleitet. Wird die Anfrage (aus welchen Gründen auch immer?) abgelehnt, kann eine E-Mail-Nachricht (mit vordefiniertem Text) an den Händler geschickt werden. Der Fortschritt der jeweiligen Cases werden detailliert protokolliert und stellen somit einen vollständigen Prüfpfad bereit. Um die Effektivität von Workflows nachzuverfolgen, stellt ProcessMaker auch Dashboards zur Verfügung, auf denen entsprechende Widgets für das Reporting zu Key Performance Indicators installiert werden können. Meine kurze Beschreibung von ProcessMaker kratzt naturgemäß nur an der Oberfläche. Es stehen unter ProcessMaker viele weitere Funktionen zur Verwaltung von Workflows zur Verfügung und das Tool kann auch problemlos durch JavaScript Programme erweitert werden.

Auch der Anfänger kommt nach einigem Arbeiten mit ProcessMaker gut zurecht. Ich habe nach nur wenigen Stunden Arbeit einen Workflow für das oben beschriebene Dokumentvergabesystem erstellt.

Um das Testen von ProcessMaker noch einfacher zu machen, bietet Bitnami fertige Installationsprogramme für alle gängigen Betriebssysteme, einen Cloud-Installer und eine virtuelle Maschine. Auch ist im Markt ein Docker-Image für ProcessMaker erhältlich.

Fazit

ProcessMaker lässt sich einfach zu installieren und für ein komplexes und leistungsstarkes System kann der Umgang mit dem Werkzeug ziemlich einfach erlernt werden. Sobald man sich mit den Details des Systems vertraut gemacht hat, ist ProcessMaker ein Werkzeug, das dem Nutzer viel Zeit beim Lösen von Workflow-Problemen spart.

Atom: Ein Editor für alle IT-Aufgaben

Wie oft müssen Sie eine Konfigurationsdatei bearbeiten oder eine Log-Datei überprüfen oder einen Code modifizieren? Sind Sie im IT-Bereich tätig, müssen Sie diese Aufgaben ständig ausführen. Welche Tools nutzen Sie für diese Aufgaben? Wenn Sie hierzu mehr als ein einzelnes Tool nutzen, sollten Sie sich schnell Atom ansehen. Atom (https://atom.io) ist ein kostenloser – und ein unglaublich vielseitig, erweiterbarer - Open-Source-Editor. Dieser arbeitet unter Windows, macOS und Linux. Atom kann hervorragend angepasst werden, da das Tool auf Electron aufbaut, einem Framework zum Erstellen plattformübergreifender Apps, das auf HTML, JavaScript, CSS und Node.js basiert.

Atom verfügt über vier Benutzeroberflächen und acht Syntaxtvarianten. Das Erscheinungsbild der Benutzeroberfläche lässt sich mit CSS oder Less optimieren und es können mit HTML und JavaScript beliebige Funktionen hinzugefügt werden.

Zu den optionalen Zusätzen von Atom gehört ein Paket, das Syntaxfarben für gängige Log-Formate bereitstellt. Ein weiteres mächtiges und nützliches Feature von Atom ist die GitHub-Integration, so dass Repos und Verzweigungen, Stages und Commits, Push und Pull-Funktionen, Pull-Requests und mehr aus dem Editor heraus realisiert werden können.

Will man Entwicklungen im kollaborativen Bereich anstoßen, dann ist man mit Atom definitiv an der richtigen Adresse: Das Teletype-Paket von Atom erleichtert den Entwicklern das gemeinsame Entwickeln von Echtzeitportalen für die Nutzung von gemeinsamen Arbeitsbereichen. Öffnet ein Benutzer ein Portal, wird sein aktiver Tab zu einem freigegebenen Arbeitsbereich, in den eingeladene Mitbearbeiter in Echtzeit einsteigen und Änderungen vornehmen können. Wenn der Besitzer des Tabs zwischen Dateien wechselt, folgen die Mitbearbeiter automatisch dem aktiven Tab.

Teletype ist sicher. Wenn ein Portal erstellt wird, stellen die Benutzer eine Verbindung mit den Atom-Servern her, um zu sehen, wer gerade kooperiert. Wenn sie einem Portal beitreten, kommunizieren die Mitarbeiter auf Peer-to-Peer-Basis, so dass kein zentraler Server etwaige Tastatureingaben ausspionieren kann. Darüber hinaus wird WebRTC für die Verschlüsselung aller Kommunikationsströme genutzt. Auf der Atom-Website heißt es: "Was im Portal geschieht, bleibt im Portal." Schließlich gibt es eine gut dokumentierte API zum Erstellen eigener Add-on-Pakete und zur Integration anderer Anwendungen und Dienste.

Fazit:

Die Funktionalität von Atom ist herausragend, die Dokumentation ist umfangreich und die einzelnen Themen sind gut beschrieben und man kann damit so ziemlich jede IT-bezogene Aufgabe bewältigen. Sehr zu empfehlenswert für Ihren IT-Werkzeugkasten  als universelles Schreibwerkzeug.

Im dritten Teil dieses Artikels besprechen wir die Werkzeuge Kali Linux: Ein Sicherheits-Schweizer-Armee-Messer) und Wireshark (Pakete und Protokolle analysieren)

mat

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