2009-01-05 09:16:41

Nach WiMax kommt WIGWAM

Die Funktechnologie WiMax wird spätestens ab dem nächsten Jahr für den besonders schnellen Internetzugang im ländlichen Bereich sorgen. Doch wird bereits an ihrem Nachfolger gebastelt. Der Standard WIGWAM soll Daten in einer rasanten Geschwindigkeit von einem Gigabit pro Sekunde drahtlos übertragen.

Fritz Katz

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Noch sind die WiMax-Netze, die ab 2006 einen neuen Breitbandboom in bislang infrastrukturell unterver-sorgten Gebieten starten sollen, nicht ausgerollt. Doch wird bereits an der nächsten Technologiegeneration der drahtlosen Internetzugänge geforscht. „Wireless Gigabit With Advanced Multimedia Support (WIGWAM)“ soll Übertragungsraten von bis zu 1 Gbit/s ermöglichen. In Deutschland haben sich nun zahlreiche namhafte Unternehmen für ein Forschungsprojekt zur Entwicklung von WIGWAM zusammen gefunden. Hauptanwendungsgebiet für den schnellen Funkstandard soll die Übertragung multimedialer Inhalte an Hotspots, im Heim-bereich und in Großraumbüros sein. Dort sind enorme Datenraten unter anderem notwendig, um dem Anwender große Datenmengen in kurzer Zeit zur Verfügung stellen zu können.Um die Einbindung in ein zukünftiges komplexes Mobilfunksystem zu ermöglichen, das WLAN-Standards und 3G-Standards in Kombi-nation betreibt, werden auch mobile Anwendungen in der WIGWAM-Konzeption betrachtet. Neben der klassischen WLAN-Anwendung soll die Wireless-Gigabit-Technologie für hochqualitatives Audio- und Video-Streaming (vor allem für den Heimbereich) sorgen. Sind an der Konzeption und Realisierung des neuen WLAN-Standards Unternehmen wie Alcatel, Siemens, Infineon, DaimlerChrylser oder Nokia beteiligt, wird die Forschung an der Technischen Universität Dresden gebündelt und geleitet. Unterstützung für die Initiative kommt auch von staatlicher Seite: Rund die Hälfte des Entwick-lungsbudgets wurde vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung beigesteuert.Am Lehrstuhl für Elektrotechnik an der TU Dresen werden zurzeit Simulationen mit Empfängern und Sendern im 5-GHz-Frequenz-band durchgeführt, um dessen Eignung für die neuen Systeman-forderungen im WIGWAM-Projekt festzustellen. Zusätzlich sollen weitere Funkumgebungen in höheren Frequenzbereichen sprich-wörtlich „mobilisiert“ werden. Die endgültige Datenrate im Feld-einsatz soll dann sogar skalierbar sein – jeweils abhängig vom Endgerät und der Mobilität des Teilnehmers. Wann WIGWAM die notwendigen technischen Normungen für eine weltweite Standard-isierung erfährt, ist indes noch ungewiss. Besonders im Hardware-bereich kann derzeit nur begrenzt bereits „gebastelt“ werden: die Architektur der am Markt erhältlichen Speicherchips und Prozess-oren ist noch ungeeignet für den Einsatz bei WIGWAM. Gängige Hardware ist zu langsam für die drahtlose 1-Gbit-Übertragung.