2007-08-11 11:20:37

Neue Belastungswelle für Handel und Industrie

Reprographieabgabe ist da:

PCs und Drucker werden teurer. Literar-Mechana und VBK verlangen auf diese Geräte eine Reprographievergütung. Die WKO sieht sich vor den Kopf gestoßen.

Michael Reisner

Druckversion

 

IT-Handel und Industrie droht eine neue Belastungswelle. Die Verwertungsgesellschaften Literar-Mechana und VBK verlangen - beginnend mit 1. Jänner 2006 - eine Reprographievergütung auf PC und Drucker. Diese belastet jeden PC mit 18 Euro zusätzlich, S/W-Drucker werden um mindestens 6 Euro, Farbdrucker um mindestens 12 Euro bis maximal 105 Euro verteuert. Noch höhere Abgabenforderungen gibt es auf Multifunktionsgeräte, sie liegen bei mindestens 150 Prozent des Tarifansatzes der jeweiligen Funktion.

 

 

Rechtsunsicherheit

 

 

Bei der WKO herrscht Kopfschütteln über die Vorgehensweise der Literar-Mechana. „Wir haben praktisch jede Woche eine Sitzung mit den Vertretern der Verwertungsgesellschaften (u.a. wegen der Musikabgabe auf MP3 Player, Anm.d.Red.). Nie ist auch nur eine Andeutung darüber gefallen, dass eine neue Abgabe eingehoben werden soll.“, zeigt sich Kommerzialrat Herbert Krumböck vom Bundesgremium verärgert. Die in erster Linie betroffenen Unternehmen – Importeure und Hersteller – werden mit einem hohen administrativen und finanziellen Aufwand belastet. Und sie müssen bis zu einer Einigung in Rechtsunsicherheit mit allen daraus sich ergebenden nachteiligen Konsequenzen leben.

Siehe dazu auch das nachfolgende Statement von Thomas Witting, Country Manager Österreich Tech Data Österreich, sowie die Berichterstattung in der kommenden Printausgabe des ComputerPartner Nr. 02/2006.

Thomas Witting:

„Als Distributor sind wir von der Vorgangsweise der Literar Mechana doppelt unangenehm berührt. Die Gebühr liegt in der Größenordnung der Handelsspanne und kann daher nicht von uns getragen werden. Das heißt, jene unserer Kunden, die fixe Verträge erfüllen zu haben, müssen unter Umständen Verluste akzeptieren. Die Ertragssituation unserer Kunden ist uns aus verständlichen Gründen sehr wichtig. Zweitens haben wir selbst trotz sofortiger Preiserhöhungen Verluste realisiert, weil wir ja eine Gebühr für bereits gelieferte und fakturierte Ware entrichten müssen.

 

 

Aber auch in weiterer Sicht ist die derzeit praktizierte Form der Urheberrechtsabgabe eine sehr heikle Materie:

 

 

Für uns als Distributor sind Urheberrechtsabgaben zusätzlicher Aufwand. Sowohl was die Beschäftigung in den Gremien betrifft, als auch in der Administration und der Finanzierung. Letztlich aber sind es die Endverbraucher, welche die Kosten tragen. Daher sind die Konsumentenschützer jene, die gefordert sind, denn es ist ihr Klientel, das am stärksten betroffen ist:

Aus gesellschaftlicher Sicht ist die Entwicklung, die ITK-Produkte mit Urheberrechtsabgaben zu belasten, zunehmend problematisch. Es wird in wenigen Jahren kaum Produkte geben, die nicht mit ITK-Komponenten versehen sind. Eine laufend wachsende Quelle für Urheberrechtsgesellschaften.“