2005-10-17 17:43:27

Neuerliches Überangebot im LCD-Markt

Für 2006 wird ein Überangebot bei großen LCDs erwartet. Der Widescreen-Bereich soll überdurchschnittlich wachsen.

Druckversion

Das Überangebot bei TFT-LCDs ab zehn Zoll Bilddiagonale wird sich 2006 auf 9,4 Prozent erweitern und im zweiten Quartal am stärksten sein, sagt Marktforscher „Displaybank“ voraus. Und damit dürften auch die Preise weiter sinken. Direkte Auswirkungen werden im Widescreen-Bereich erwartet, der nicht nur überdurchschnittlich wachsen soll, sondern auch vom Preisverfall stark betroffen sein wird.

Während der Gesamtmarkt für größere LCD-Panels im kommenden Jahr nur um 19 Prozent auf 231,8 Millionen Stück wachsen soll, rechnet Displaybank für LCD-TV-Panels mit einem Absatzplus von 54 Prozent von 22,1 auf 34,2 Millionen Stück. Der von TV-Panels größer als 37 Zoll soll sich sogar - von 2,3 auf 7,4 Millionen Stück - mehr als verdreifachen. Damit dürfte der TV-Anteil am weltweiten Markt für Panels ab einer Bilddiagonale von zehn Zoll von 11,3 auf 14,7 Prozent wachsen. 2004 lag er noch gerade mal bei 6,7 Prozent.

Der Monitor-Anteil hält sich konstant zwischen 53,5 und 56,2 Prozent, der von Notebook-Panels schwindet dagegen laut Displaybank von 37,3 auf 28,4 Prozent.

Hersteller sind gerüstet

Samsung Electronics verfügt zusammen mit Sony über ein hochmodernes 7G-Werk mit Glassubstratflächen von 4,1 qm.

LG Philips hat sogar schon ein 7.5G-Werk mit Glassubstratflächen von 4,3 qm in Betrieb genommen.

Sharp will im kommenden Jahr ein 8G-Werk mit Glassubstratflächen von über 5 qm in Betrieb nehmen.

Taiwans Panel-Hersteller stecken noch meist in der 6G-Produktion mit Glassubstratflächen von zirka 3,7 qm.

Je größer die Substratfläche, desto wirtschaftlicher lassen sich größere Panels, vor allem die für den lukrativen TV-Markt, herausschneiden. Während Samsung mit seinem 7G-Werk LCD-Fernseher mit Bilddiagonalen von 32, 42 und 46 qm setzt und diese über den Preis in den Markt pressen will, haben die meisten anderen Panel-Hersteller eher 42- und 47-Zöller im Sinn.

In den modernen Panel-Produktionsanlagen ab der Generation 5.5 verspricht Widescreen insgesamt die höchste Ausbeute bei vergleichsweise geringem Verschnitt. Außerdem erzielen größere Widescreen-Panels und -Monitore verglichen mit den herkömmlichen 4:3-Größen in der Regel immer noch den höheren Preis. Daher haben nicht nur Monitor-Hersteller wie Eizo, die ein breites Produktprotfolio für den Widescreen-Markt herausgebracht haben, ein reges Interesse an Widescreen, sondern vor allem auch die Panel-Hersteller. Während der gesamte Weltmarkt für Monitor-Panels im kommenden Jahr nur um 14 Prozent wachsen soll, sagen die Marktforscher und die Hersteller für Widescreen-Monitore Wachstumsraten von 100 Prozent und mehr voraus.

Quelle: IDG Networks