2005-11-10 12:11:50

Neues vom Auto

Bekannte Autohersteller haben intensiv damit geworben, dass ihre SUV`s (Sport Utility Vehicles, früher auch Off-Roader genannt) sowohl von der NOVA befreit sind, als auch zum Abzug der Vorsteuer berechtigen. Ist das wirklich so?

Mag. Thomas Mares

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Beispielsweise soll ein „kleiner Umbau“ beim VOLVO XC90 dies möglich machen. Ja, wenn das für den VOLVO gilt, müsste das auch für andere Geländewagen gelten, die auf Namen hören wie: BMW X5, Chevrolet Tahoe, Chevrolet Trail, Hummer H2, Jeep Cherokee, Landrover, Mitsubishi Pajero, Porsche Cayenne, Toyota Land Cruiser, VW Touraeg, etc….

Leider hat da die Marketingabteilung nicht mit der Steuerabteilung gesprochen, denn die hätte folgendes festgestellt:

Die genannten Fahrzeuge sind grundsätzlich Personen bzw. Kombinationskraftwagen und daher vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Zum Vorsteuerabzug sind sie lediglich dann berechtigt, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen. Das Fahrzeug darf nur mit einer Sitzreihe für Fahrer und Beifahrer ausgestattet sein. Weiters muss hinter dieser Sitzreihe ein mit der Bodenplatte und der Karosserie fest verbundenes Trenngitter angebracht sein. Der Laderaum muss seitlich verblecht sein. Die Fahrzeuge müssen werksseitig bzw. beim Verlauf durch den Generalimporteur allen Anforderungen entsprechen. Nachträgliche Umbauten sind für den Vorsteuerabzug unerheblich. Schlussfolgerung: Theoretisch besteht die Möglichkeit auf VSt-Abzug, aber wer will schon so schöne Autos so verunstalten?

Die Novapflicht eines Fahrzeuges ergibt sich aus der Zolltarifarischen Einstufung des Fahrzeuges. Fahrzeuge wie oben genannte Off-Roader mit mindestens zwei Sitzreihen sind daher grundsätzlich NOVA-pflichtig, außer es sind unter anderem folgenden Kriterien erfüllt:

Hinter der zweiten Sitzreihe muss eine mit der Karosserie und Bodenplatte untrennbar verbundene Trennwand eingebaut sein, die eine verglaste Sichtluke aufweisen darf, aber zwei klimatisch getrennte Bereiche im Auto schaffen muß. Dass der Laderaum verblecht zu sein hat, versteht sich von selbst. Die Nutzlast muss so verteilt sein, dass mehr als 50 % auf die Güterbeförderung fällt.

Keinesfalls ergibt sich irgendein Rückschluss aus der kraftfahrrechtlichen Zulassung.

So, jetzt wissen wir es! Aber mal ehrlich: Es wäre doch zu schön gewesen, den Finanzminister am neuen BMW X5 mitzahlen zu lassen!

Und noch etwas zum Thema Auto:

Gemäß einkommensteuerrechtlichen Vorschriften sind Aufwendungen für Pkw und Kombi, die nach allgemeiner Verkehrsauffassung unangemessen hoch sind, nicht abzugsfähig. Was unangemessen ist, bestimmt Verwaltung und Rechtssprechung. Richtig! Gemeint ist die Luxustangente! Diese wurde ja per 1.1.2005 von 34.000 auf 40.000 Euro erhöht. Die Erhöhung gilt aber nur für solche Pkws, die nach dem 31.12.2004 angeschafft werden. Für alle, die ihr Auto noch letztes Jahr angeschafft haben, bleibt die Grenze bei 34.000 Euro und zwar auch für 2005 und Folgejahre.

Die Finanzbehörde hat in diese Diskussion eingebracht, dass 2004 und umso mehr in den Vorjahren Fahrzeugmodelle der durchschnittlichen Mittelklasse von vielen Herstellern zu einem Preis bis maximal 34.000 Euro angeboten wurden (z.B. Audi A4 1,6, VW Passat Edition 1,6, BMW 318d, Volvo S60 2,4, Mercedes 200 CDI). Dass diese Rechtsmeinung just zu dem Zeitpunkt ausgesendet wurde, als der Bund eine namhafte Anzahl an neuen Audi A8 anschaffte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Aber es kommt noch besser:

Gleichzeitig mit der Erhöhung der Luxustangente wurde auch der Sachbezug erhöht. Der maximale Sachbezug beträgt ab dem 1.1.2005 1,5 % von 40.000 Euro und sie werden es nicht glauben – selbstverständlich auch für KFZ, die vor dem 1.1.2005 angeschafft wurden. Das Alter des Autos ist übrigens egal.

Das bedeutet, dass nunmehr für ein 10 Jahre altes Auto, das damals vielleicht ATS 700.000 gekostet hat und welches um 10.000 Euro angeschafft wurde, einen Sachbezug von 600 Euro pro Monat nach sich zieht. Die Ungleichbehandlung von Sachbezug und Luxustangente mögen ja rechtlich in Ordnung sein, aber den Erfindern dieser Regelung seien die Worte meines Kollegen E. Wobisch ins Stammbuch geschrieben:

Mag. Thomas Mares

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