2005-08-26 18:02:17

Nische im Server- und Storage-Business

„Wir leben davon, dass wir besser sind als die anderen.“ Gerhard Zögl

„Wir leben davon, dass wir besser sind als die anderen.“ Gerhard Zögl

Dass man auch im Enterprise-Mainstream „Server & Storage“ seine eigenen Wege gehen kann, beweist das Systemhaus LB-systems. Es setzt sich mit maßgeschneiderten Lösungen erfolgreich gegen die großen Marken durch.

Michael Reisner

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Es sei immer schon Unternehmensstrategie gewesen, sich in Nischen zu bewegen, erklärt Gerald Zögl von der LB-systems Messgeräte GmbH (www.lb-systems.at), die in der LB-Gruppe den Part eines IT-Systemhauses inne hat (siehe Kasten „LB-Gruppe“). Das bedeutet beispielsweise im Bereich „Server & Storage“, nicht im Strom der in Österreich etablierten Hersteller mit zu schwimmen, sondern sich um innovative Alternativen umzusehen, mit denen man am Markt mit hochperformanten und ausfallsicheren Lösungen punkten kann. Das Ziel sei, Enterprise-Funktionalität zum Midrange-Preis zu liefern. Dazu aber sei es wichtig, betont Zögl, dass „wir in Dienstleistung und Lösungskompetenz besser sind als der Mitbewerb, und unsere Mitarbeiter nicht nur produktspezifisch sondern auch herstellerneutral geschult sind“.

Investitionen in Mitarbeiter und Know-how

Dienstleistung und Lösungskompetenz wird bei LB-systems denn auch entsprechend hoch gehalten. Für die Partnerschaft mit einem Hersteller bedeutet das, dass immer angestrebt wird, die höchsten Zertifizierungen zu erreichen. Daher wird bei LB-systems nicht nur in die Mitarbeiter investiert und auf aufgabenübergreifende Schulungen geachtet - „Die Spezialisten für die Medizinische Dokumentation können auch Servereinsätze fahren.“, so Zögl - sondern ihnen wird im Labor auch das komplette Equipment zur Verfügung gestellt, an dem sie jede Lösung, die verkauft wird, nachvollziehen können.

Daraus ergeben sich zwei nachhaltige Effekte: Die Fluktuation bei den Mitarbeitern ist praktisch Null. Und sollte wirklich einmal ein Hersteller um Rat gefragt werden müssen, meint Zögl, sei das ein echter Notfall.

Prämissen bei der Produktwahl

Da für ein „kleines“ Systemhaus wie die LB-systems (13 Mitarbeiter) die Herstellerunabhängigkeit sehr wichtig ist, muss jede Lösung auf Standards aufbauen, und die Hardware austauschbar sein. Denn: „Es gibt keinen Hersteller, der über einen langen Zeitraum der Beste ist“, so Zögl. Außerdem muss die Lösung jenen Mehrwert liefern, in den LB-systems ihre Dienstleistung und Kompetenz einbringen kann.

Wobei vom Fokus auf Server & Storage grundsätzlich nicht abgewichen wird (keine Peripherie etc.). Ergänzend ist LB-systems im Bereich Frauenheilkunde mit der Dokumentationssoftware PIA (ViewPoint) Marktführer.

Server

Produktseitig kommen im Bereich Server Intel und als Software VMWare zum Einsatz. Bei den Servern liegt ein Schwerpunkt auf Blade-Servern. „Wir sind einer der wenigen in Österreich, die diese auch assemblieren“, betont Zögl. Wobei der erste Blade-Server schon im November 2003 bei der KAGes installiert wurde. VMWare wiederum ist für Zögl die ideale Ergänzung zu den Blade-Servern. Aus zwei Gründen: das Produkt ist seit letztem Jahr wirklich stabil und ausgereift, und die Wartung amortisiert sich schon allein durch die Stromeinsparungen. „Das sind echte TCOs, die wir sowohl für Blade-Server wie VMWare dokumentiert haben“, hebt Zögl hervor.

Storage

Im Speicherumfeld liegt der Fokus auf FalconStore (Virtualisierungssoftware für SANs), Adaptec bei den platten, QLogic für die Fibre Channel-Infrastruktur und Atempo als Backup-Software. Offen ist noch ein „fixer“ Tape-Library-Lieferant. Wobei diese Frage nicht mehr so dringlich sei wie früher, als Libraries noch fester Bestandteil jedes SANs waren, meint Zögl.

Denn Studien zufolge wird der FC-Anteil nur noch gering wachsen und ab 2007 verflachen. Anstelle dessen werden vermehrt kostengünstige Festplatten (SATA etc) zum Einsatz kommen.

Applikationen

Neben Server & Storage hat sich LB-systems im Medizinbereich (Befund und Dokumentation für Frauenheilkunde und Innere Medizin) ein 3. Standbein erarbeitet. Für die Erfolge in diesem Umfeld sei verantwortlich, dass „wir nicht nur die Sprache der Ärzte sprechen, sondern auch EDV-Systeme einbinden können“, womit Insellösungen vermieden werden.

Wartungs- und Servicenetz

80 Prozent der Hardware werden im „high critical“ Umfeld eingesetzt und sind auf einen 7x24-Stundenbetrieb ausgelegt. Da diese Lösungen österreichweit im Einsatz sind, und vom Standort Wien bzw. der Serviceaußenstelle in der Steiermark innerhalb der vorgeschriebenen Service Level Agreements nicht alle Kunden (vor allem in Westösterreich) erreicht werden könnten, ist LB-systems - als eines von zwei österreichischen Unternehmen - Mitglied im premier-service-net (dem vormaligen Intel Premier Service Provider-Netz).

LB-Gruppe

Für die gesamte LB-Gruppe gilt der Grundsatz, sich in Nischen zu bewegen. Entsprechend sind die derzeit vier in der Gruppe zusammengefassten Unternehmen aufgestellt.

LB-acoustics ist auf Messtechnik spezialisiert,

LB-assista auf Systemlösungen in der Medizindiagnostik.

LB-electronics beschäftigt sich mit Video-, Licht und Präsentationstechnik,

LB-systems ist als IT-Systemhaus aufgestellt.

Den Initialen entsprechend wurde die LB-Gruppe von Dr. Erich Lindeck-Pozza und Rudolf Buland gegründet. Das Unternehmen ist zur Gänze eigenfinanziert.