2005-10-17 17:38:42

Österreich baut Standard für digitale Rechnungslegung aus

Michael Fahrnberger

Michael Fahrnberger

An der digitalen Rechnungslegung führt über kurz kein Weg mehr vorbei. Jetzt arbeiten heimische ERP- und Billing-Anbieter gemeinsam an einem verbindlichen Standard.

Michael Reisner

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Auf eine WKÖ-Initiative hin haben sich fünf heimische ERP- und 3 Billling-Hersteller zusammengeschlossen, um anstelle des bisherigen eb-Interfaces einen neuen Standard namens eb-Invoice zu entwickeln. Dieser liegt jetzt in der Grundversion 1 vor. Damit der neue Standard auch genügend Praxisrelevanz aufweist, wurde gleichzeitig ein Pilotprojekt mit 10 Kunden gestartet, bei denen die fünf ERP-Anbieter (Bertel SW, DSA, ECL, Mesonic, SIS) ihre Systeme mit denen der drei Billing-Hersteller (EBPP, it20one, Xicrypt) integriert implementieren. Wenn Anfang 2006 Installation und Tests dieser Pilotprojekte abgeschlossen sind, soll auch die Version 2 von eb-Invoice zur Verfügung stehen (auf Basis XML-dsig). In der Version 3 schließlich sollen auch internationale Standards berücksichtigt werden. Diese Phase soll spätestens 2007 abgeschlossen sein.

Vorreiter in Europa

Michael Fahrnberger von it20one sieht in diesem Projekt die große Chance, dass Österreich damit ähnlich wie im eGovernment auch beim eBilling eine führende Rolle innerhalb Europas einnehmen könne. Denn in vergleichbaren Ländern (inklusive Deutschland) seien bei weitem nicht jene positiven Voraussetzungen gegeben wie hierzulande, was letztlich auch die Schaffung eines neuen Standards begünstige.

In diesem Projekt sieht Fahrnberger auch große Vorteile für die Invoice-Lösungen von it20one (siehe ComputerPartner Nr.9.05, Seite 9, „Kostensparen bei der Rechnungslegung“), weil diese jetzt schon unabhängig von Format, System oder Plattform ohne großen Aufwand und mit schnellem ROI zu jedem ERP-System eingesetzt werden könnten.

An Referenzen kann it20one derzeit schon auf 25 Installationen in klein- und mittelständischen Betrieben verweisen. Dazu wurden die ersten Großprojekte in der Telekom-, Logistik- und Automobilindustrie als Piloten gestartet.

Der Vertrieb selbst erfolgt grundsätzlich indirekt über das Partnernetz von derzeit 45 Fachhändlern und Systemhäusern. Dieses soll binnen eines Jahres auf 120 Partner ausgeweitet werden, sodass eine flächendeckende Versorgung innerhalb Österreichs gewährleistet ist.

CoPa-Tipp:

Chance für den Fachhandel: Für das profitträchtige Geschäft mit digitalen Rechnungen werden insgesamt etwa 100 Vertriebspartner (Online-Betreuung und 1st Level-Suppport) und rund 20 Implementierungspartner (Software- und Branchen-Know-how) gesucht.