2018-06-22 07:19:21

Sicherheitsvorfall bei Weight Watcher sollte zum Umdenken anregen

Das deutsche Unternehmen Kromtech hat entdeckt, dass Dutzende von Servern, auf denen Daten von Weight Watcher gespeichert waren, offenlagen.

Die Ursache dafür war, dass das Unternehmen die für die Verwaltung von Anwendungscontainern verwendete Software nicht ausreichend geschützt hatte, die die Container auf den Servern der Amazon Cloud-Infrastruktur verwaltet. Dadurch ist die Infrastruktur offen für Angreifer und die Entdecker konnten insgesamt 46 Amazon S3-Buckets finden, die Protokolle, Passwörter und für die Verschlüsselung notwendige private Schlüssel enthielten.

Jens Sabitzer, CISSP und Solution Architect bei Venafi, einem führenden Anbieter für den Schutz von Maschinenidentitäten kommentiert: „Weight Watchers jüngster Cloud-Vorfall ist gravierender und besonders bedenklich ist, dass dabei die privaten Schlüssel für die Verschlüsselung betroffen waren. Leider ist dies nur allzu häufig der Fall, weil die meisten Unternehmen nicht über die nötige Transparenz und Automatisierung verfügen, um ihre kryptografischen Schlüssel zu kontrollieren. Dies ist eine große Sicherheitslücke, denn diese Schlüssel gewähren Angreifern privilegierten Zugriff auf alle Arten von Daten und Netzwerken.“

„Was die meisten Unternehmen immer noch nicht bedenken, ist, dass nach einem solchen Vorfall alle Schlüssel so schnell wie möglich ersetzt werden müssen, um einen viel größeren Bruch zu verhindern, der fast unmöglich zu erkennen ist“, erklärt Sabitzer weiter. „Ein möglicher Angreifer kann kompromittierte Schlüssel nutzen, um sich Zugang zur betroffenen Infrastruktur zu verschaffen und eine legitime, verschlüsselte Verbindung vorzutäuschen. Die gefährlichen Aktivitäten, die sich hinter der Verschlüsselung verstecken, sind dann kaum von legitimen Aktivitäten zu unterscheiden, sodass dem ersten Vorfall leicht ein zweiter, schlimmerer Vorfall folgen kann.“

mat

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