2007-08-09 08:57:18

Was 2007 alles neu ist!

Seit Beginn des Jahres 2007 haben wir nicht nur eine neue Regierung, auch im Bereich der Steuergesetzgebung hat sich einiges getan. In diesem Artikel versuche ich einen kurzen Überblick über einige Neuerungen zu geben, die uns das Jahr 2007 beschert haben.

Thomas Mares

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Das Unternehmensgesetzbuch 

Über einige Punkte des UGB habe ich in dieser Reihe schon informiert, aber die gesamten Änderungen dieses Regelwerkes würden den Rahmen bei weitem sprengen. Ich möchte daher nur auf einige Aspekte bei der Änderung der Gewinnermittlung eingehen, da diese gravierende Auswirkungen auf Ihr Unternehmen haben können.

Mein Tipp: Sprechen Sie jedenfalls die für Sie relevanten Änderungen durch das UGB mit Ihrem Steuerberater durch. Folgende Beispiele zur Verdeutlichung der Änderungen:

  • OHG und KG müssen in Zukunft den Gewinn nicht mehr gemäß § 5 EStG ermitteln, wenn sie sowohl 2005 als auch 2006 weniger als Euro 400.000,00 Umsatz erwirtschaftet haben.
  • OHG und KG, die keine natürlichen vollhaftenden Personen als Gesellschafter haben (z.B. GmbH & Co KG), müssen ab 2008 den Gewinn gemäß § 5 EStG ermitteln
  • nicht protokollierte Einzelunternehmer, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen und über Euro 400.000,00 erwirtschaften, müssten die Gewinnermittlungsart gemäß § 5 EStG wählen. Sie dürfen jedoch einen Antrag stellen, die alte Gewinnermittlungsart bis 2009 beizubehalten.

Insgesamt gibt es weit über 50 Möglichkeiten, resultierend aus der Art der Einkünfte, bisherige Rechtsform, bisheriger Umsatz, zukünftiger Umsatz, wie sich Gewinnermittlung oder Rechtsform ändern können. Und natürlich sind auch die daraus resultierenden Rechtsfolgen beträchtlich. Nehmen Sie das also nicht auf die leichte Schulter.

Aufzeichnung von einzelnen Bareingängen und –ausgängen / Änderung in der BAO

Die Änderung basiert auf dem Betrugsbekämpfungsgesetz 2006. Ab 2007 sind alle Bareingänge und –ausgänge täglich einzeln aufzuzeichnen. Werden diese Vorschriften nicht eingehalten, kann die Finanzbehörde die formelle Richtigkeit der Buchhaltung in Frage stellen. Ist die formelle Richtigkeit der Buchhaltung nicht gegeben, ist auch die materielle Richtigkeit in Frage zu stellen und das bedeutet für die Finanzbehörde eine Schätzungsbefugnis. Der Gesetzgeber hat weiters normiert, dass Bücher und Aufzeichnungen so zu führen sind, dass sie einem Sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäfte des Steuerpflichtigen gewähren können. Dies ist eigentlich nur ein Niederschreiben einer Regelung, die bis dato auch schon, wenn nicht in Gesetzesform, existiert hat. Wie die Behörde diese Gesetzesstelle in Zukunft auslegen wird, um leicht zu einer Schätzungsbefugnis zu kommen, bleibt abzuwarten.

Bei Verwendung von Datenträgern dürfen Eintragungen und Aufzeichnungen nicht mehr so verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr ersichtlich ist. Dies bedeutet, dass alle Buchhaltungsprogramme mit Arbeitsprotokollen ausgestattet werden müssen und die Zeit von Excel im Rechnungswesen dürfte großteils vorbei sein.

Änderungen bei der Umsatzsteuer

Die Kleinunternehmergrenze wurde von Euro 22.000,00 auf Euro 30.000,00 angehoben. Das heißt, dass ab 2007 Unternehmer bis zu einem Umsatz von Euro 36.000,00 unter diese Kleinunternehmerregelung fallen. Kleinunternehmer stellen keine Umsatzsteuer in Rechnung, sind aber auch vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen. Die Möglichkeit auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten, besteht natürlich weiterhin.

Die Regelung betreffend Faxrechnungen, d.s. Rechungen, die mittels Telefax übermittelt werden, wurde bis Ende 2007 verlängert. Die Regelung besagt, dass der Vorsteuerabzug nicht versagt werden kann, nur weil die Rechnung per Fax übermittelt wurde.

Änderungen in der Einkommensteuer  

Über den Freibetrag für investierte Gewinne habe ich Sie auch schon informiert. An dieser Stelle folgt daher nur eine kurze Wiederholung:

Diese Steuerbegünstigung setzt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung als Gewinnermittlung voraus. Die Begünstigung besteht aus einem Freibetrag in Höhe von 10 % des Gewinnes, maximal Euro 100.000,00, der gewinnmindernd geltend gemacht werden kann. Voraussetzung dafür sind Investitionen oder Herstellungen von abnutzbaren Anlagegütern und oder Wertpapieren, die in Höhe des Freibetrages getätigt werden. Investitionen müssen notwendige Betriebsvermögen betreffen und eine 4-jährige Nutzungsdauer aufweisen. PKW´s, Gebäude, gebrauchte Wirtschaftsgüter, geringwertige Wirtschaftsgüter und Luftfahrzeuge bleiben ausgespart.

Neu geregelt wurde auch der Verlustvortrag für Einnahmen-Ausgaben-Rechner. Bisher waren Verluste der ersten drei Wirtschaftsjahre als Anlaufverluste vortragsfähig, alle weiteren Verluste waren, sofern nicht im selben Jahre verrechenbar, verloren. In Zukunft sind bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern jeweils die Verluste der letzten drei Wirtschaftsjahre vortragbar.

Mag. Thomas Mares
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